Frühere Programme

Die Märtyrer-Bevölkerungen

Guatemala
Indien
Ruanda
Vietnam

Boat people, 1981. Vergewaltigte, gefolterte, ins Meer geworfene Mädchen und Frauen. Gründung des Internationalen Komitees gegen Piraterie. Guatemala 1983. Vergewaltigte Mädchen, massakrierte Erwachsene, ausgerottete Indianer. Die Waisen ernähren, pflegen und kleiden; ebenfalls die grossen Mädchen, damit diese sich nicht mehr prostituieren müssen, um zu überleben.

Die von der Welt Vergessenen

Kolumbien
Palästina
Polen
Russland
Togo

Völlig mittellose alte Frauen und Männer, eine seit Jahrhunderten vergessene Bevölkerung: Nahrung, Pflege, schulische Nachhilfe. Eine alte Frau, die allein lebt: Kohle für ihren Ofen im Winter. Eine junge Querschnittsgelähmte, die bei ihrer kranken Mutter lebt: ihren Alltag veressern. Wie kann man einfach an ihnen vorbeigehen, wenn man von ihrer Not alarmiert ist?

Der Mädchenmord

Indien

In Südindien werden zahlreiche Kinder bei der Geburt geopfert, vor allem Mädchen. Weil sie „viel kosten“ an traditionellen Zeremonien, Kleidern, Schmuck und natürlich auch an Mitgift, deren Höhe für die Armen oft untragbar ist und die Familie des Mannes das ganze Leben lang Zusatzleistungen verlangt. Das kleine Mädchen, das bei der Geburt nur zum Getötetwerden taugt, vor dem Tod retten und dann seinem Leben die Mittel zum Leben geben.

Die Prinzessinnen

Indien
Iran
Libanon
Nigeria
Palästina
Vereinigte Arabische Emirate

Junge Mädchen oder Frauen, deren einzige Schuld es ist, von ihrer Umwelt missbilligte intime Beziehungen unterhalten oder erduldet zu haben, werden „zur Rettung der Familienehre“ verfolgt oder getötet. Von Familie und Gesellschaft verstossen, haben sie nur die Wahl zwischen Selbstmord, Kindstötung oder Prostitution. Diese Märtyrerinnen retten und sie in anderen Ländern aufnehmen.

Die Auroren

Indien
Kolumbien
Madagaskar
Portugal
Tunesien

Aurora hiess die erste Frau, die uns gesagt hat, dass sie gern den „Beruf“ wechseln würde: die erschreckendste und primitivste Prostitution, um zu überleben. Geschwisterliche und unendlich geduldige Begleitung. Verschiedene Hilfen, Berufsausbildung. Krippe für die Kleinen, Nahrung, Pflege, Schutz und Zärtlichkeit.

Die Trokosi-Sklavinnen

Ghana

Trokosi: a young virgin offered to the god of a sanctuary in atonement for a fault committed by a member of her family, who would otherwise be forever cursed. In reality, she is handed over to the priest of this sanctuary, who will use her sexually as he wishes for many years, or her whole life. Negotiations with a view to the definitive liberation of about forty of the little girls were brought to a satisfactory conclusion.

Die entführten Kinder

Kinder, die von einem Elternteil entführt werden. Trotz der Gesetze, die der einen oder dem anderen das Sorgerecht zusprechen. Alles versuchen, um das Kind zu der oder dem, der es ein Leben lang schmerzlich vermissen wird, zurückzubringen. Hilflosigkeit, Langsamkeit oder mangelnder Mut der zuständigen Behörden machten unsere oft erfolgreiche Hilfe für den zum Opfer gewordenen Elternteil und für das Kind nötig.

Kinder als Opfer von Pädophilen

Nepal

Es handelt sich nicht um Prostitution nach einer zufälligen Begegnung mit Fremden, sondern um den kommerziellen und organisierten Versand von Touristen, die Kinder konsumieren, durch westliche Pädophilenzentralen. Warnung der Touristen bei der Ankunft. Fahndung und Aushebung von Pädophilenorganisationen.

Die Kindersoldaten

Irak
Iran

Beim Angriff auf den Irak 1983 sind iranische Kindersoldaten massakriert worden, um die Strecke für das Gros der Armeen freizumachen. Tausende von ihnen sind gestorben. Sentinelles hat für hundert dieser Kinder die Freilassung verhandelt und verschiedene islamische Länder ersucht, sie vorübergehend aufzunehmen.

Die kleinen Dienstmädchen

Indien
Kolumbien
Madagaskar
Portugal

Sie sind sechs, sieben Jahre alt oder älter. Sie kommen vom Land, haben arme Elten, die ihrer Kleinen „ihre Chance“ geben wollen, indem sie ihr eine Stelle in der Stadt besorgen. Den Haushalt machen, kochen, früh aufstehen und spät ins Bett gehen. Und wenn sie älter werden, die Herren des Hauses erdulden. Sind sie schwanger, werden sie fortgejagt. Liebevolle Unterstützung, Nahrungsmittel, Berufsbildung.

Die Kinder der Müllkippe

Brasilien

Den ganzen Tag lang sammeln und sortieren Frauen, Männer und Kinderdie wiederverwertbaren Abfälle, die sie für ein paar Münzen weiterverkaufen. Sentinelles hat sich für die Befreiung dieser Kinder eingesetzt und ihnen die Mittel dazu gegeben: Nahrung, Pflege, Krippe, Schulbesuch, Berufsbildung für die Aelteren.

Die Kinder in den Bergwerken

Kolumbien

Die Befreiung dieser Kindersklaven, unterirdische Packesel, die jeden Augenblick damit rechnen müssen, dass die Mine einstürzt oder Feuer fängt, und ihr Leben für einen Hungerlohn riskieren, wurde mit ihren Eltern ausgehandelt. Hunderten von ihnen wurde ihre Kindheit wiedergegeben, mit Mitteln für das erträgliche Leben, das ihnen zusteht: Nahrung, Pflege, Schule, ein Beruf und die Möglichkeit, diesen auszuüben.

Die sexuellen Verstümmel- ungen und verfrühten Heiraten

Kenia

Millionen von kleinen und heranwachsenden Mädchen werden sexuell verstümmelt, mit Messern, Steinen, Rasierklingen, Glasscherben, in einer festlichen oder schreckenerregenden Atmosphäre. Die Opfer sind sich der drohenden Gefahr nicht bewusst, sind einverstanden oder werden gezwungen. Egal, welche Verstümmelung vorgenommen wird, es handelt sich um Leiden, sogar um Martern, und immer um eine Verletzung der menschlichen Unversehrtheit. Wenn nicht sogar um Tod. Die Ueberlebenden, die noch nicht ganz herangebildet sind, werden meistens zwangsverheiratet.

Obdach für die jungen Mädchen, die sich diesem nicht beugen wollen, und dauerhafte begleitung, um ihre Sicherheit und Integrität zu gewährleisten. Medizinische Versorgung und chirurgische Eingriffe, wenn nötig. Sensibilisierung der Eltern und der Gemeinschaften, auch an den Schulen.

Die Märtyrerkinder

Kolumbien
Madagaskar
Senegal

Zum Leben und Aufwachsen hängt das Kind völlig von Erwachsenen ab, und wenn es stets deren „Besitz“ ist, ist es oft auch deren Beute. Beute und Besiz von aktiven oder passiven Folterknechten, dem Kind nahestehend oder weit entfernt, Eltern, Familie, Umgebung, Staaten und ihren Institutionen, religiösen und traditionellen Mächten usw.

Zerdrücken des Kindes, dessen Leiden und Sterben den Verantwortlichen weniger wichtig ist als die Erhaltung von Familie und Ideologien.

Schläge, die sofort oder später zum Tode führen. Inzest, Vergewaltigung. Folterung, fehlende Pflege, Vernachlässigung. Dauernde Erniedrigung, Entbehrungen. Sämtliche Formen der Brutalität oder des subtilen Sadismus. Das Kind seinem Unglück entreissen.

Aktion in der Gefängnisumgebung

Demokratische Republik Kongo
Madagaskar

Verzweiflung: Innerhalb des Gefängnisses Unterstützung von Frauen, Minderjährigen und Kindern durch Ernährungsprogramme, Unterstützung bei Behördengängen und Gesetzeskenntnissen, Einrichtung von Kindergärten, soziale und medizinische Betreuung, Ausbildung zur Durchführung von einkommensschaffenden Aktivitäten (AGR) sowie Hilfe bei der Wiedereingliederung im Hinblick auf ihre Freilassung.

Soziale und wirtschaftliche Unterstützung für die Familien der Inhaftierten.


Mehr über unsere Arbeit in Madagaskar

Madagaskar

Seit Beginn des Programms „Jugendliche, Mütter und schwangere Frauen aus Gefängnissen“ im Jahr 1987 hat Sentinel fast 5.000 Menschen betreut, die inhaftiert waren, und auch deren Familien. Insgesamt handelt es sich um fast 25.000 Personen.

Verzweiflung: Die Bedingungen in den Gefängnissen Madagaskars sind in medizinischer, ernährungstechnischer und sozialer Hinsicht äußerst schwierig. Die Haftanstalten sind überfüllt, die Infrastruktur ist unzureichend und es wird nichts unternommen, um die Inhaftierten zu rehabilitieren. Die meisten Kinder, Jugendlichen, Mädchen und Frauen, die sich in dieser Situation befinden, haben keine wirkliche Zukunftsperspektive. Trotz der Bemühungen des Staates und privater Organisationen sind die Bedingungen in den Gefängnissen weit davon entfernt, internationalen Standards zu entsprechen. Tausende Häftlinge sind in ungeeigneten Haftanstalten zusammengepfercht, in denen ihre elementarsten Rechte nicht gewährleistet sind.

Was wir wissen: Die Kinder und Jugendlichen, die entweder im Rehabilitationszentrum Mandrosoa in Anjanamasina (Jugendliche) oder im Gefängnis von Antanimora (Mädchen, Kinder mit ihren Müttern, schwangere Frauen) inhaftiert sind, stammen überwiegend aus benachteiligten Verhältnissen. Während ihrer Unterbringung sind die meisten von ihnen auf sich allein gestellt, da ihre Angehörigen nichts von ihrer Inhaftierung wissen oder nicht über ausreichende Mittel verfügen, um sie zu besuchen.

Die soziale und familiäre Wiedereingliederung von Jungen, minderjährigen Mädchen, inhaftierten Müttern mit ihren Kindern und schwangeren Frauen.

Um den im Rehabilitationszentrum Anjanamasina untergebrachten jungen Jungen und den im Gefängnis Antanimora inhaftierten jungen Mädchen, Müttern und schwangeren Frauen zu ermöglichen, ihren Platz in der Gesellschaft wiederzufindeń, hat Sentinel ein umfassendes Wiedereingliederungsprogramm mit Partizipation als Leitmotiv eingeführt. Diese Begleitung findet sowohl innerhalb der Haftanstalten als auch außerhalb bei den Familien der Häftlinge statt und wird auch nach der Entlassung bis zur Selbstständigkeit fortgesetzt.

Ein Team von Sozialarbeitern und Betreuerinnen bietet ihnen während der Haft ein offenes Ohr und emotionale Unterstützung. Maßnahmen zur̀ Schaffung eines Vertrauensverhältnisses ermöglichen es, mit ihnen einen echten Lebensentwurf zu erarbeiten und die Verbindung zu ihrer Familie aufrechtzuerhalten oder wieder herzustellen. Die sozioökonomischen Bedingungen der Familien außerhalb des Hauses werden durch verschiedene Mittel (Mikrokredite, Hilfe bei der Schule, Ausbildung, Arbeitssuche usw.) gestärkt.
Parallel dazu wird die günstige Entwicklung der Rechtslage der Minderjährigen überwacht.

In der Frauenabteilung des Gefängnisses von Antanimora erhalten die Frauen täglich Nahrungsmittelhilfe, wenn sie diese benötigen. Im von Sentinel gegründeten Kindergarteń erhalten rund 30 inhaftierte Kinder mit ihren Müttern eine ausgewogene Ernährung, Aktivitäten zur Förderung der Entwicklung und Sozialisierung. Unser Arzt führt regelmäßige Untersuchungen der Kinder und insbesondere der schwangeren Frauen durch. In unseren Werkstätten werden den Gefangenen Schulungen angeboten, damit sie nach ihrer Entlassung einkommensschaffende Aktivitäten entwickeln können. Sie nehmen an Alphabetisierungs- und Auffrischungskursen für die Schule, Koch-, Schneide- und Nähkursen sowie Handwerkskursen teil. Auch Staatsbürgerkunde, Rechte und Pflichten werden thematisiert.


Mehr über unsere Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo

Datum der Programmaufnahme, 2007

Verzweiflung: Die extreme Armut im Land hat die Solidarität zerstört und viele Männer dazu veranlasst, ihre Familien zu verlassen und Frauen und Kinder, die manchmal durch Vergewaltigung geboren wurden, zurückzulassen. Sie zu ernähren wird zu einer täglichen Herausforderung und die einzige Möglichkeit für diese Mütter, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, besteht darin, ihre Arme für ein oft miserables Einkommen anzubieten. Körperlich und seelisch gebrochen, kämpfen sie um ihr eigenes Überleben und das ihrer Kinder. Einige werden zusammen mit ihren Kindern inhaftiert, meist wegen Straftaten, die mit ihren Lebensbedingungen in Zusammenhang stehen.

Was wir wissen: Die Frauen, die von Sentinel begleitet werden, leben in einem ländlichen Gebiet in einem Umkreis von etwa 60 km um die Stadt Bukavu in Süd-Kivu in größter Armut.

Soziale Komponente im Strafvollzug: Die besonders katastrophale Situation der Häftlinge im Zentralgefängnis von Bukavu hat uns dazu veranlasst, für Frauen und ihre Kinder ein Programm zur Unterstützung in den Bereichen Ernährung, Medizin und Soziales während ihrer Inhaftierung sowie Hilfe bei der Wiedereingliederung nach ihrer Entlassung zu eröffnen. Zu diesem Zweck bietet Sentinel auch verschiedene Workshops an, wie z.B. Einzelsitzungen mit Psychologen, Gruppentherapien, handwerkliche Ausbildung, Ausbildung in der Verwaltung von einkommensschaffenden Aktivitäten (AGR), etc. Die Kinder haben Zugang zum Schulunterricht oder profitieren von sozialpädagogischen Aktivitäten durch unsere Sozialarbeiter in dem von uns eingerichteten Kindergarten. Dieses Projekt wird von der Glückskette unterstützt.

Komponente Pflege und soziale Wiedereingliederung: Stets auf die mittel- oder langfristige Selbstständigkeit der Familien ausgerichtet, umfasst die individuelle Betreuung medizinische Versorgung und psychologische Betreuung, punktuelle Nahrungsmittelhilfe, Hilfe bei der Wohnungssuche (Einrichtung, Instandsetzung und/oder Wiederaufbau der Hütten), einkommensschaffende Aktivitäten (AGR) wie z.B. kleine Geschäfte, Viehzucht, Vergabe von Saatgut), Schulbesuch der Kinder und Berufsausbildung für Jugendliche, die die Schule abgeschlossen oder nie eine Schule besucht haben, damit sie schnell zu einem Ernährer ihrer Familien werden.