Unsere Programme

Durchstreifen Sie die verschiedenen Arbeitsbereiche der Stiftung Sentinelles. Sie können nach einem Land oder einem Arbeitsbereich suchen.

Die an Noma leidenden Kinder

Das Gesicht zerfressen, die Kiefer zusammengeschweisst, das Auge oft angegriffen: das sind die an Noma erkrankten Kinder.

Noma, oder cancrum oris, ist eine fulminante nekrotisierende Erkrankung, die sich im Mund entwickelt und das Gewebe des Gesichts zerstört. Ursachen sind hauptsächlich mangelnde Hygiene und Fehlernährung

Man weiss, dass Noma noch während der ersten Woche geheilt werden kann, wenn er bei diesen noch sehr jungen Kindern rechtzeitig erkannt und mit einem einfachen Antibiotikum behandelt wird. Ohne Behandlung verläuft Noma in 80% der Fälle tödlich und hinterlässt die Ueberlebenden in einem unerträglichen Zustand der Verstümmelung.

Vor Ort: forschen, behandeln, ernähren, begleiten. Sensibilisieren. In Europa: Transfer der am schlimmsten verstümmelten Kinder, die vor Ort nicht operiert werden können.

Fakten & Zahlen

Länder und Einsatzregionen

Burkina Faso : ausgangsbasis Ouagadougou
Einzugsbereich : das ganze Land

Niger : ausgangsbasis Zinder
Einzugsbereich : Zentrum, Osten, Süden und Westen des Landes

Beginn des Programms

1990 : Entdeckung und Betreuung der ersten an Noma leidenden Kinder 

Hauptthemen

Versorgungszentrum, Ernährung, soziale Entwicklung, Sensibilisierung, Nahrungsmittelhilfe, Hilfe bei Schul- und Berufsbildung

Aktionen 2013

Burkina Faso

  • 384 Kinder sind im Empfangszentrum verblieben
  • 103 Kinder wurden betreut : 94 leiden an Noma und 9 an anderen Gesichtsleiden
  • 31 Kinder wurden anlässlich von Missionen operiert und 38 kamen zur Sprechstunde, 3 Kinder wurden in die Schweiz verlegt
  • 396 sensibilisierte Gesundheitsmitarbeiter in 100 Gesundheitseinrichtungen sensibilisiert (Noma-Prävention)
  • 133 Nachsorgebesuche im Busch
  • 29 eKinder werden schulisch betreut, 8 Jugendliche bei ihrer Berufsausbildung begleitet.

Niger

  • 1045 Kinder sind im Empfangszentrum verblieben
  • 753 Kinder, die an Noma und Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten leiden, werden betreut
  • 76 Operationen von Noma und Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten
  • 395 Sprechstunden und Reihenuntersuchungen zu Gingivitis
  • 16'746 sensibilisierte Personen (Noma-Prävention)
  • 1083 Familienbesuche im Busch, 148 aidNahrungsmittelhilfen, 146 bei der Schulbildung unterstützte Kinder, 25 Fälle von Wirtschafts- und Berufsbildungshilfe.

Mitarbeiter 2013

Schweiz : 1 Programmverantwortliche für Niger und 1 Programmverantwortliche für Burkina Faso
Burkina Faso : 10 landesweite Mitarbeiter
Niger : 1 Schweizer Delegierte und 25 nigerische Mitarbeiter.

Budget 2013-2014

147'000 CHF (Burkina Faso)
350'950 CHF (Niger)

Niger
Burkina Faso

Dépliant noma.pdf

Die Behandlung der Kinder

Parallel zur Hilfe für Nomaopfer bringt uns die Entdeckung von Kindern, die an anderen Pathologien leiden, verletzt, verbrannt, behindert oder verstümmelt und ohne Behandlung sind, dazu, diese in zahlreichen Ländern zu betreuen.

Manche Kinder können vor Ort durch Kompetente Chirurgen oder anlässlich von chirurgischen Missionen, die von Sentinelles oder Partnern organisiert werden, behnadelt werden. Andere schwere Fälle, die in ihrem Land nicht operiert werden können und manchmal in Todesgefahr sind, müssen in die Schweiz gebracht werden, in enger Zusammenarbeit mit den betreffenden Spezialisten und Spitälern.

Vor der Verlegung: psychologische und medizinische Vorbereitung des Kindes, genauste Koordination der verschiedenen Akteure während des Aufenthalts (medizinisches Team, Begleiter, Uebersetzer, Besucher, usw.), und zwuschen den verschiedenen Operationsphasen kompetente und sensible Betreuung des Kindes im Haus in Massongex oder in Gastfamilien. Diese Begleitung geht auch nach der Rückkehr des Kindes zur Familie weiter.

Burkina Faso
Madagaskar
Niger
Schweiz
Senegal

Vergewaltigte Mädchen und Frauen

Sie sind zwischen zwei und achtzig Jahre alt. Sie werden von bewaffneten Männern bei Ueberfällen auf ihr Dorf vergewaltigt, und ihre Angehörigen werden oft bestialisch vor ihren Augen getötet. Sie werden monatelang im Wald festgehalten und kommen zerstört und versehrt zurück, oft mit einem aus den Vergewaltigungen geborenen Kind.

Anderen wird jegliche Schulbildung vorenthalten, sie werden zu jung verheiratet und von ihrem Ehemann und der Familie verlassen und befinden sich mit mehreren Kindern, für die sie sorgen müssen, in völliger Mittellosigkeit. Oft werden sie als Arbeitstier für die Feldarbeit gebraucht, und ihr Alltag und der ihrer Kinder ist nichts als eine Folge von Gewalt und Entbehrungen.

Im Jahre 2007 hat Sentinelles in Bukavu ein Hilfsprogramm eingerichtet, um diesen wunderbaren „Müttern Courage" Mittel zum Ueberleben und die Kraft zum Leben zu geben.

Demokratische Republik Kongo

Frauen als Opfer von Fisteln

Obstetrische Fisteln entstehen vor allem durch zu lange Geburten, oft über mehrere Tage und ohne medizinische Hilfe, sie können aber auch eine Folge von sexuellen Verstümmelungen und verfrühten Heiraten sein. Wenn die Fistel sich zwischen Vagina und Blase befindet (vesikovaginale Fistel), geht der Urin ständig ab; wenn sie zwischen Vagina und Rektum befindet (rektovaginale Fistel), kann die Frau ihen Stuhlgang nicht mehr kontrollieren. In den meisten Fällen stirbt das Kind, und die Frau leidet an ständiger Inkontinenz.

Die Frauen, die ihr totgeborenes Kind beweinen, sind inkontinent, schämen sich ihres abstossenden Geruchs, werden oft von ihren Ehemännern und der Gemeinschaft abgelehnt und bleiben ohne Versorgung oder Hilfe, obwohl man sie heilen kann.

Sentinelles übernimmt die chirurgische Wiederherstellung von Frauen, die aus Geldmangel keinen Zugang dazu hätten, und hilfte ihnen durch eine persönliche und langfristige Begleitung dabei, ihre Gesundheit und ihre Würde wiederzuerlangen.

Fakten & Zahlen

Länder und Interventionsregionen

Burkina Faso : ausgangsbasis Fada N’Gourma
Einzugsbereich : Osten und Mitte des Landes

Beginn des Programms

Dezember 2004 

Hauptthema

Organisation chirurgischer Missionen. Medizinische und soziale Folgebetreuung. Wiedereingliederung in die Familie. Wirtschaftliche Unterstützung durch einkommensbildende Massnahmen. Eröffnung eines Betreuungszentrums. Unterstützung bei Schul- und Berufsbildung.

Aktionen 2013

  • 104 betreute Frauen
  • 312 Folgebesuche in den Dörfern
  • 49 chirurgische Eingriffe in Burkina Faso und Benin (44 obstetrische Fisteln und 5 Prolapse)
  • 147 medizinische Sprechstunden (Reihenuntersuchungen und Nachbetreuung)
  • 461 sensibilisierte Frauen und Familien (Prävention von obstetrischen Fisteln)
  • 49 Nahrungsmittelhilfen und Begleitungen während des Spitalaufenthalts
  • 30 Wirtschaftshilfen in Form von einkommensgenerierenden Massnahmen.

Anzahl Mitarbeiter 2013

Schweiz : 1 Programmverantwortliche
Burkina Faso : 1 Delegierte und 5 einheimische Mitarbeiter

Jährliches Budget

142'177 CHF 

Burkina Faso

Dépliant_Fistules.pdf

Kinder als Opfer von Gewalt

In armen Familien, die von Alkohol, Drogen, Prostitution, Gewalt zerstört sind: vernachlässigte, misshandelte, fehlernährte, geschlagene, sexuell missbrauchte Kinder. Unzählige Vergewaltigungen oder sexueller Missbrauch für einige Pesos, zuhause, manchmal mit Einverständnis der Mutter, in der Mine, auf dem Schulweg. Bei Mädchen (60%) und Jungen (40%), manchmal schon bei Dreijährigen.

Beschützen bedeutet nicht nur, das Kind von der Brutalität, der es ausgeliefert war, zu entfernen, sondern auch zu versuchen, sein Leiden zu heilen oder zumindest zu mildern. Es in unserem Wohnheim vor dieser zerstörerischen Gewalt zu schützen, damit es dort Nahrung, Pflege, Sicherheit, Schulbildung, individuelle und Gruppentherapien erhält. Und es wird Anzeige erstattet.

Fakten & Zahlen

Länder und Einsatzregionen 

Kolumbien: Minas-Antioquia, Sogamoso, Bogotá

Beginn der Programme

1983

Hauptthemen

Minas-Antioquia : Schutz, Schulbildung, Gesundheit, Ernährung, Berufsausbildung
Sogamoso : Schulbesuch, medizinische Hilfe, Schutz
BBogota : Sozial-familiäre und berufliche Wiedereingliederung, Gesundheit, Hochschulausbildung von Erwachsenen mit Behinderungen.

Aktione 2013

  • Bau eines neuen Schutzzentrums
  • Unterbringung von 20 Kindern und Jugendlichen in unserem Schutzzentrum
  • 135 Einzeltherapien für sexuell missbrauchte Kinder
  • 110 cBetreuungs- und Folgemassnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Mitarbeiter 2013

Schweiz : 1 Programmverantwortlicher
Antioquia : 9 kolumbianische Mitarbeiter
Sogamoso : 1 kolumbianische Mitarbeiterin
Bogotá : 1 kolumbianische Mitarbeiterin

Budget 2013-2014

234’566 CHF

Kolumbien

Die Talibé-Kinder

Oft werden noch sehr junge Kinder von ihren Eltern einem Marabut anvertraut, der einen Daara, oder Internat, leitet, damit sie dort den Koran lernen. Das Kind wird so zu einem Talibé, oder Koranschüler, und lebt unter Leitung des Marabuts, der absolute Verfügungsgewalt hat, im Daara.

Um zu essen, muss das Kind betteln gehen. Schmutzig, in Lumpen, vielen Gefahren ausgesetzt, irrt es durch die Strassen und hält seine kleine Blechdose fest, um ein wenig Nahrung zu erhalten oder um ein paar Münzen zu betteln. Es kehrt erst zurück, wenn es die Summe zusammen hat, die jeden Tag vom Marabut unter Androhung körperlicher Strafen gefordert wird. Wenn es krank oder verletzt ist, erhält es nur selten medizinische Versorgung.

Die Arbeit von Sentinelles seit 2000: medizinische Versorgung für die Kinder, Desinfektion der Daaras, Sensibilisierung der Marabuts für die Lebensbedingungen und die Schulbildung der Kinder, Suche nachd en Eltern und Vorkehrungen, damit diese ihre Kinder wieder zu sich ins Dorf holen können.

Senegal

Die Märtyrerkinder

Zum Leben und Aufwachsen hängt das Kind völlig von Erwachsenen ab, und wenn es stets deren „Besitz" ist, ist es oft auch deren Beute. Beute und Besiz von aktiven oder passiven Folterknechten, dem Kind nahestehend oder weit entfernt, Eltern, Familie, Umgebung, Staaten und ihren Institutionen, religiösen und traditionellen Mächten usw.

Zerdrücken des Kindes, dessen Leiden und Sterben den Verantwortlichen weniger wichtig ist als die Erhaltung von Familie und Ideologien.

Schläge, die sofort oder später zum Tode führen. Inzest, Vergewaltigung. Folterung, fehlende Pflege, Vernachlässigung. Dauernde Erniedrigung, Entbehrungen. Sämtliche Formen der Brutalität oder des subtilen Sadismus. Das Kind seinem Unglück entreissen.

Madagaskar
Kolumbien
Senegal

Die gefangenen Kinder

Kinder, grosse Jungen, grosse Mädchen, im Gefängnis oder in Straf- oder „Erziehungs"anstalten. Einige Wochen lang, Monate oder Jahre. Vergessen oder bestraft. Schwerwiegende Vergehen, kleine Delikte oder gar nichts. Aber oft schwere und lange Strafen.

Babys und kleine Kinder, die mit einem Elternteil eingesperrt sind, meistens mit der Mutter. Sie sind dort, weil sie nirgendwo anders hingehen können.

Im Gefängnis: sie besser ernähren, sie pflegen, besser lieben. Zuhören, kennenlernen und Vertrauen gewinnen. Und an ihrer Freilassung arbeiten.

Draussen: sie aufnehmen und ihnen sanft und geduldig beibringen, wie und wovon zu leben. Ihnen die Mittel dazu geben. Alles tun, damit sie nicht wieder ins gleiche Unglück zurückfallen.

Madagaskar

Kinder als Blindenführer

Wenn man unglücklicherweise ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge aus einer armen Familie in einem armen Land ist. Wenn noch dazu der Vater oder die Mutter oder manchmal alle beide blind sind, muss man oft schon im Alter von drei oder vier Jahren seine Eltern zum Betteln auf die Strasse führen, um etwas zu essen zu finden. Und man muss selbst betteln, so klein man sein mag.

Tausende Kinder werden ao der Blindheit und der Armut ihrer Eltern geopfert. Ihrer Kindheit beraubt, ohne Schulbildung, sind all diese Kinder einem freudlosen leben, wenn nicht gar dem Unglück und der Kriminalität geweiht.

Eine blinde Mutter: „Wenn man mir etwas gibt, was ich in meinen Kochtopf tun kann, befreie ich das Kind."

Für den Blinden also etwas zu essen. Für das dadurch befreite Kind Nahrung, Pflege, Schule, einen Beruf und die Möglichkeit, diesen auszuüben.

Senegal

Die verhungernden Kinder

Die Nahrung ist für alle da, aber Millionen sterben an Hunger. Die weltweiten Entwicklungsprogramme kommen nur langsam voran, aber die Kleinen sind jetzt auf der Erde, und schon bald werden sie sterben.

Gepflegt, ernährt und dem Leben zurückgegeben werden, wenn sie zurück nach Hause oder in die Hütte im Busch gebracht werden, stellen wir für sie eine persönliche und sorgfältige Begleitung sicher. Damit sie nicht noch einmal ins Ernährungszentrum zurückkehren müssen, um noch einmal alles durchzumachen oder zu sterben.

Burkina Faso
DR Kongo
Madagaskar
Niger

 

Senegal

Senegal

Niger

Noma im Niger

Noma, eine gangränöses Gesichtsleiden, befällt vor allem bei kleinen Kindern die weichen und harten Gesichtsgewebe. Unzureichende Mundhygiene, ein geschwächtes Immunsystem und schwere Fehlernährung sind Faktoren, die die Grundlage für diese Krankheit bereiten. Die an Noma leidenden Kinder kommen aus armen Familien, und die Betreuung beschränkt sich nicht nur auf die Pflege.

Im Heim in Zinder (im Süden des Landes) werden die von Noma befallenen Kinder durch medizinische Versorgung und individuell angepasste Physiotherapie betreut, da die Folgeschäden oft die Mundöffnung einschränken und dadurch die lebenswichtige Funktion der Ernährung behindern. Zur medizinischen Versorgung kommen weitere Programmteile hinzu, vor allem soziale Betreuung, Sensibilisierung und chirurgische Missionen, die sowohl im Niger als auch in der Schweiz stattfinden (Uebernahme durch das Programm „Versorgung der Kinder“).

Die soziale Betreuung ist wichtig zur Verstärkung der Massnahmen für das nach Hause zurückgekehrte Kind hinsichtlich Hygiene, Ernährungswiederherstellung und Physiotherapie, die durch ein Familienmitglied übernommen werden. Diese Begleitung durch Hausbesuche oder Besuche im Heim kann mehrere Jahre dauern und soll das Kind vor allem durch den Schulbesuch oder eine Berufsausbildung unterstützen. Die in Armut lebenden Familien werden ebenfalls durch Nahrungsmittelhilfe (Verteilung von Hirsesäcken) und wirtschaftliche Hilfen (Darlehen oder Schenkung für eine kleine einkommenserzeugende Massnahme) unterstützt.

Bei der Sensibilisierung geht es darum, die medizinischen Akteure (Departements, Gemeinden, Dörfer) hinsichtlich der Krankheit Noma, seiner Erkennung und Behandlung zu informieren und zu schulen. Auch werden kollektive Informationsveranstaltungen in den Dörfern organisiert, um die Bevölkerung und die moralischen und traditionellen Autoritäten umfassender zu erreichen. Je früher Noma behandelt wird, desto weniger schwerwiegend und unumkehrbar sind die Folgeschäden.

Die Folgen von Noma sind in vielen Fällen behindernd, und man muss rekonstruktive Chirurgie zu Hilfe nehmen, um die von der Krankheit verursachten Verunstaltungen zu reparieren. Chirugische Missionen im Niger werden für die unkomplizertesten Folgeschäden organisiert, für die nur ein einziger Eingriff nötig ist. Für die in chirurgischer Hinsicht schwerwiegenderen Folgeschäden hingegen werden in Zusammenarbeit mit dem Programm „Versorgung der Kinder“ Verlegungen in die Schweiz erwogen.

Auf diese Weise wird das von dieser Krankheit betroffene Kind in einer humanitären und ganzheitlichen Dimension betreut.

Niger

Madagaskar

Behandlung der Kinder

Ein unzureichendes Gesundheits- und Sozialsystem und die galoppierende Verarmung einer breiten Bevölkerungsschicht schliessen die verwundbarsten Personen vom Recht auf medizinische Hilfe aus.

Wegen fehlender Behandlung haben zahlreiche Kinder, die an angeborenen Fehlbildungen, rachitischen Verformungen, Folgeschäden von Unfällen und Verbrennungen leiden, nur Marginalisierung und Leiden als Perspektive. Sentinelles garantiert ihnen den Zugang zu qualitativ guter Behandlung und bietet ihren Familien eine solide psychosoziale Begleitung an, mit dem Ziel, dass die Fortsetzung der Behandlung aus eigenen Mitteln erfolgen kann.

Die meisten Eingriffe werden von Dr. Aliamus (einem französischen Chirurgen aus Réunion) und seinem Team durchgeführt, die unentgeltlich mehrmals im Jahr chirurgische Missionen durchführen. Die prä- und postoperativen Phasen werden von unserem Team sichergestellt. Jedem Patienten und seiner Familie wird ein Bezugs-Sozialarbeiter zugewiesen. Er begleitet sie während der verschiedenen Etappen der medizinischen und sozialen Folgebetreuung bis zur Autonomie.


Antohomadinika

Die Lebensbedingungen in Antohomadinika, einem gefährdeten Viertel der madagassischen Hauptstadt, sind schwierig. In der Regenzeit wird die Fegend überschwemmt, die Fehlernährung und die umweltbedingten Krankheiten sind mannigfaltig. Die Bewohner, vor allem Akkordarbeiter und Handwerker mit unglaublich geringen Einkünften, haben keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten.

Eine Krankenstation, die von einem Quartierskomitee verwaltet und von Sentinelles unterstützt wird, stellt qualitativ hochstehende medizinische Versorgung für die Lokalbevölkerung sicher. Unsere beiden Aerzte wechseln sich dort für Konsultationen und Familienplanung ab. Sie organisieren regelmässig Kampagnen zur Gesundheitsvorsorge und zum Umgang mit umweltbedingten Risiken.


Inhaftierte Frauen, Kinder und Jugendliche

Trotz der vom Staat und privaten Organisationen unternommenen Anstrengungen sind die Haftbedingungen weit von internationalen Standards entfernt. Hunderte Gefangene, deren elementarste Rechte nicht garantiert sind, drängen sich in unzureichenden Hafteinrichtungen.

Sentinelles steht inhaftierten Personen zur Seite, um ihnen Trost, Nahrungsunterstützung, medizinische Versorgung und – zusammen mit anderen Organisationen – Schul- und Berufsausbildung zukommen zu lassen. Gleichzeitig stellt Sentinelles für die Familien der Gefangenen Zugang zu medizinischer Versorgung, Wohnbeihilfen und die Entwicklung von Mikroprojekten sicher und beteiligt sich an der Schul- oder Berufsausbildung der Geschwister. All diese Aktionen sind aufeinander abgestimmt und beziehen direkt die Verantwortung jedes Einzelnen mit ein, dies durch einen respektvollen und partizipatorischen Ansatz, dessen Ziel die Selbständigkeit ist.


Das Recht zu sein

In einem sehr verschlechterten wirtschaftlichen und sozialen Kontext werden eine Krankheit, ein Unfall oder schlechte Ernten zu Fallen, die viele Familien, die bereits in einem prekären Gleichgewicht leben, in die Subsistenzwirtschaft und die Ausgrenzung treiben.

Wir stellen die Grundbedürfnisse für notleidende Personen, Frauen, Kinder, Alte, sicher, Bildung, Berufsbildung, Rechtshilfe, und begleiten die Entwicklung von einkommensgenerierenden Massnahmen.


Junge Mädchen als Opfer von sexueller Gewalt

Auf Madagaskar ist sexuelle Gewalt sehr verbreitet, und wenn sie auftritt, ist das gesamte Familiensystem betroffen. Die Verletzbarkeit gewisser junger Mädchen ist umso grösser, als sie oft in der Nähe des Täters und seiner Familie leben und ihre Eltern nicht immer imstande sind, ihren emotionellen Bedürfnissen zu entsprechen. Sentinelles kommt ihnen durch psychologische, medizinische und soziale Begleitung zu Hilfe und weitet diese Aktionen auch auf die Familie aus.. Dieses Programm will die persönliche Entwicklung der jungen Mädchen und ihre Fähigkeit, tragfähige Beziehungen zu schaffen, stärken, damit sie ihren Lebensfaden wieder aufnehmen können.


Sentinelles verfügt über überschaubare Strukturen, die zuhören, aufnehmen, verpflegen und ausbilden und den betreuten Personen eine ihren Bedürfnissen angepasste Antwort anbieten können.

Die « kleinen Kurse »

Ank einer individualisierten Pädagogik profitieren die Kinder und Jugendlichen von einer differenzierten Audbildung :Alphabetisierung, Wiederaufrischung mit Blick auf den Besuch eienr öffentlichen Schule, gezielte Verstärkung im Zusammenhang mit einem genauen beruflichen Projekt. Um eine optimale Ausbildungsqualität garantieren, ist die Anzahl der Teilnehmer auf 15 beschränkt.

Ausbildungs-Workshops

Workshops zu Nähen, handwerklicher Kreation, industrieller Strickerei stehen den Personen, die die unterschiedlichen Programme durchlaufen haben, offen. Diese Ausbildungen führen entweder zu einer Beschäftigung im Textilsektor oder zu einem Mikroprojekt.

Mikrokredite

Um die wirtschaftliche Kompetenz der Familien zu verstärken, werden Mikrokredite vergeben. Nach einem Wirtschaftskurs begleitet ein spezialisierter Betreuer die Begünstigten bei der Entwicklung ihres Projekts.

Sozialsprechstunden

Sie erlauben den Jugendlichen und Kindern und ihren Familien, ihren Bezugs-Sozialarbeiter zu treffen. Diese Augenblicke des Austauschs, des Zuhörens und der Beratung verstärken das Hilfsverhältnis und ermöglichen eine gründliche psychosoziale Betreuung.

Das Heim

Als Zufluchtsort schlechthin ermöglicht es den aus dem Gefängnis entlassenen Personen und den Kindern, die Pflege oder eine zeitweilige Schutzmassnahme benötigen, einen Standort zu finden. Das Leben dort ist auf partizipatorische Weise organisiert. Sozialerzieherische, kulturelle, sportliche, spielerische und Ausbildungsmassnahmen werden das ganze Jahr über geplant.

Die Arztpraxis von Ambohidahy

Unsere beiden Aerzte wechseln sich ab, um angemessene Pflege für die betreuten Personen anzubieten. Neben den normalen Konsultationen stellt der eine Gewichtsüberwachung und Ernährungswiederherstellung für Kinder und an TB leidende Personen sicher, der andere begleitet junge Mädchen und Frauen bei der Wahl einer Methode zur Familienplanung und kümmert sich um medizinische Versorgung für Mütter und Kleinkinder. Auch werden regelmässig Aktionen zur Gesundheitsvorsorge organisiert.

Die Physiotherapiepraxis

Dreimal wöchentlich empfängt unsere Physiotherapeutin kleine Patienten mit orthopädischen Problemen. Sie bereitet sie für chirurgische Eingriffe vor und stellt die postoperative Betreuung sicher. Sie bezieht die Mütter in den Rehabilitationsprozess mit ein, indem sie ihnen die wichtigsten Handlungen beibringt, die zuhause geübt werden müssen.

Fakten & Zahlen

Land und Interventionsgebiete 

Madagaskar : Hauptsitz in Antananarivo
Präsenzen im Zentrum, Osten und Süden des Landes

Datum der Programmeröffnung

1987

Hauptthemen 

Psychosoziale Begleitung und familiäre, soziale und berufliche Wiedereingliederung von heranwachsenden Jungen und Mädchen, Schwangeren und zusammen mit ihren Kindern inhaftierten Müttern, Unterstützung bei Schul- und Berufsausbildung und Arbeit, Entwicklung von Mikroprojekten
Orthopädische Versorgung
Krankenstation.

Aktionen 2013

Wiedereingliederungszentrum Anjanamasina

  • 171 Jungen im Wiedereingliederungszentrum
  • 153 extern betreute Jungen
  • 240 eingeschulte Geschwister
  • 56 Jugendliche in Ausbildung, davon 16 im Internat
  • 16 betreute Opfer von Vergewaltigungen

Haupthaus Antanimora

  • 55 betreute Mädchen, 37 davon extern
  • 80 im Gefängnis betreute Mütter mit Kindern
  • 65 Frauen, die in unseren Werkstätten ausgebildet werden
  • 50 Kinder in unserem Kindergarten
  • 73 extern betreute Mütter
  • 62 eingeschulte Kinder

Orthopädische Versorgung

  • 70 betreute Kinder
  • 16 operiert
  • 29 Kinder mit Hilfsgeräten
  • 47 Kinder in Physiotherapie
  • 80 eingeschulte Kinder

Krankenstation Antohomadinika

  • 3496 medizinische Konsultationen
  • 6 Kampagnen zur Gesundheitsvorsorge

Hilfsstrukturen

  • 31 Bewohner ins Kinderheim
  • 3579 Konsultationen ins Arztpraxis Ambohidahy
  • 366 Sozialsprechstunden
  • 141 Mikrokredite

Andere Aktivitäten

  • 96 Tanz- und Musikkurse
  • 32 Elternversammlungen
  • 697 Dienstfahrten zu Gerichten
  • 60'000 km bei Haudbesuchen zurückgelegt
  • 20'200 kg Nahrungsmittelhilfe
  • 49 Wohnbeihilfen
  • 22 Workshops zur Gesundheitsvorsorge

Zahl der Mitarbeiter (2013)

Madagaskar: 41 Mitarbeiter
Schweiz: 1 Programmverantwortliche, 1 Verwaltungskraft, 1 Supervisor

Budget 2013-2014

261 000 CHF in Madagaskar
120 000 CHF in der Schweiz
381'000 CHF TOTAL

Madagaskar

Schweiz

Programm für die Versorgung von Kindern in der Schweiz

Die Krankheit, die vor allem bei diesem Programm behandelt wird, ist Noma, die schwere funktionale und ästhetisch Folgeschäden nach sich zieht (siehe Programme – Noma).

Im Zuge der Verlegung zweier Kinder aus Burkina Faso, deren Gesichter durch die Krankheit Noma schwer zerstört worden waren, wurden 1990 Massnahmen zur Suche nach weiteren befallenen, versteckten, beiseite geschobenen, vergessenen Kindern zuerst in Burkina Faso und dann im Niger eingerichtet.

Zur restaufrativen Chirurgie, die den Kindern erlaubt, wieder ein Gesicht zu erhalten, gehören plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirugie sowie Kiefer- und Gesichtschirurgie. Diese Behandlung bedingt sehr umfangreiche technische und personelle Mittel, und je nach Art und Schwere der Schädigung kann sie nicht im Herkunftsland des Kindes durchgeführt werden. In diesem Fall wird das Kind in die Schweiz verlegt, damit es die ihm zustehende Pflege erhält.

Noma ist die wichtigste Pathologie, für die eine Verlegung nötig ist, aber in Ausnahmefällen könne auch andere Pathologien eine Betreuung in der Schweiz notwendig machen (Kardiologie, Augenheilkunde, Orthopädie).

Fakten & Zahlen

Land und Interventionsgebiete

Schweiz

Datum der Programmeröffnung

1990: als Folge der Verlegung zweier Kinder aus Burkina Faso, deren Gesichter von Noma zerstört waren 

Hauptsächliche Themen

Verlergung in die Schweiz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, deren Behandlung im Herkunftsland nicht möglich ist.

Noma ist die Hauptpathologie, die eine Verlegung nötig macht. Ausnahmsweise können auch andere Pathologien eine Betreuung nötig machen (Kardiologie, Orthopädie, Augenheilkunde).

Aktionen 2013

  • 12 chirurgische Eingriffe
  • 8 verlegte Kinder
  • 54 medizinische Konsultationen

Hilfe und Nachbehandlung in Europa seit Programmbeginn

  • 210 Kinder und Jugendliche aus dem Niger
  • 94 Kinder und Jugendliche aus Burkina Faso
  • 54 Kinder und Jugendliche aus anderen Ländern

Mitarbeiter 2013

1 Mitarbeiter zu 70% und 1 Mitarbeiterin zu 20%

Zahlreiche Chirurgen, Aerzte, Zahnärzte und anderes medizinisches Personal, Begleiter und freiwilige Besucher.

Budget 2014

138'000 CHF

Schweiz

Demokratische Republik Kongo

Mädchen und Frauen als Opfer von Gewalt

Seit 2007 hat Sentinelles ein Programm zur Unterstützung von Frauen und Kindern, die unter extrem schwierigen Bedingungen leben, eingerichtet.

Frauen,die von bewaffneten Männern bei Ueberfällen auf ihr Dorf vergewaltigt werden, andere, die sich ohne jegliche Bildung, von ihren Männern und Familien verlassen, mit mehreren Kindern, die sie allein aufziehen, in bitterster Armut befinden.

Wenn wir ihnen begegnen, leben sie in Hütten, die manchmal einzustürzen drohen, deren Dach die in diesen Gegenden des Kongo ausgiebigen Regenfälle nicht mehr abhält. Meist schläft die Familie auf dem nackten Boden oder auf ein paar alten Fetzen, es mangelt selbst an den grundlegendsten Küchenutensilien. Ihre schmutzigen, in Lumpen gehüllten Kinder sind oft krank und fehlernährt, bleiben aber wegen fehlender Mittel unversorgt.

Zuallererst muss die Sicherheit der Familie gewährleistet werden, indem die Hütte repariert wird, oft nimmt die Gemeinschaft an den Arbeiten teil, und wir helfen bei der Beschaffung des Materials. Eine weitere Priorität besteht darin, den Kindern die nötige Versorgung zu verschaffen und sie in der Schule anzumelden. Es ist wichtig, der Mutter schnell wirtschaftliche Hilfe zukommen zu lassen, damit sie die Ernährung der Familie sicherstellen kann.

Meist entscheiden die Mütter sich für ein kleines Geschäft. Verkauf von Palmöl, Mehl oder anderem Lebenssmitteln, verschiedenen Produkten. Das Geschäft ermöglicht es den Frauen, sofort ein Einkommen zu haben und ihre Kinder zu ernähren und nach und nach weitere Verantwortungen zu übernehmen.

Mit einem bescheidenen Einmalbetrag von 30 oder 40 Dollar schaffen viele von ihnen es, nach einigen Monaten ihre Lebensbedingugen zu verbessern und ihr Betriebsvermögen zu vermehren. Jetzt gibt es jeden Tag eine Mahlzeit, die Kinder sehen besser aus, man konnte eine Ziege kaufen, und nach und nach kehrt das Lächeln auf die Gesichter zurück.

Die gründliche und persönliche Betreuung, die regelmässigen Besuche und Beratungen durch unsere Mitarbeiter ermutigen die Mütter und helfen ihnen, ihre Aktivitäten erfolgreich durchzuführen und wieder Vertrauen zu fassen. Diese Begleitung ist ein wesentliches Element, um jede von ihnen wieder „auf den Weg“ zu bringen und auf diese Weise diesen Frauen und ihren Kindern eine glücklichere Zukunft zu bieten.

Demokratische Republik Kongo

Burkina Faso

Burkina Faso

Histoire de vie_fistule.pdf

Kolumbien

In armen Familien, die von Alkohol, Drogen, Prostitution, Gewalt zerstört sind: vernachlässigte, misshandelte, fehlernährte, geschlagene, sexuell missbrauchte Kinder. Unzählige Vergewaltigungen oder sexueller Missbrauch für einige Pesos, zuhause, manchmal mit Einverständnis der Mutter, in der Mine, auf dem Schulweg. Bei Mädchen (60%) und Jungen (40%), manchmal schon bei Dreijährigen.

Beschützen bedeutet nicht nur, das Kind von der Brutalität, der es ausgeliefert war, zu entfernen, sondern auch zu versuchen, sein Leiden zu heilen oder zumindest zu mildern. Es in unserem Wohnheim vor dieser zerstörerischen Gewalt zu schützen, damit es dort Nahrung, Pflege, Sicherheit, Schulbildung, individuelle und Gruppentherapien erhält. Und es wird Anzeige erstattet.

Fakten & Zahlen

Länder und Einsatzregionen 

Kolumbien: Minas-Antioquia, Sogamoso, Bogotá

Beginn der Programme

1983

Hauptthemen

Minas-Antioquia : Schutz, Schulbildung, Gesundheit, Ernährung, Berufsausbildung
Sogamoso : Schulbesuch, medizinische Hilfe, Schutz
BBogota : Sozial-familiäre und berufliche Wiedereingliederung, Gesundheit, Hochschulausbildung von Erwachsenen mit Behinderungen.

Aktione 2013

  • Bau eines neuen Schutzzentrums
  • Unterbringung von 20 Kindern und Jugendlichen in unserem Schutzzentrum
  • 135 Einzeltherapien für sexuell missbrauchte Kinder
  • 110 cBetreuungs- und Folgemassnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Mitarbeiter 2013

Schweiz : 1 Programmverantwortlicher
Antioquia : 9 kolumbianische Mitarbeiter
Sogamoso : 1 kolumbianische Mitarbeiterin
Bogotá : 1 kolumbianische Mitarbeiterin

Budget 2013-2014

234’566 CHF

Kolumbien